Jacqueline Hegenbart
Marketing Managerin
Veröffentlicht am 26.11.2024 (Aktualisiert am 21.05.2026)

Die Entwicklung der Vitalerhaltung und neue Wege in der Zahnmedizin. Guest-Interview mit Georg Benjamin

Neue Perspektiven in der Zahnmedizin: Vitalerhaltung und Einblicke von Georg Benjamin

Georg Benjamin ist Zahnarzt, Endodontologe und Buchautor aus Berlin mit über zehn Jahren Mikroskoperfahrung. Nach seinem Studium in Würzburg und Umeå (Schweden) spezialisierte er sich auf Vitalerhaltung und Wurzelkanalbehandlungen.

Mit seiner Expertise schult er seit Jahren Zahnärzte im Bereich Kofferdam-Technik und Zahnerhaltung und hat bereits über 300 Kollegen weitergebildet. 2022 gründete er die „Praxis Kofferdam“ in Berlin, die sich auf innovative Ansätze zur Vitalerhaltung spezialisiert hat.

Darüber hinaus teilt Georg Benjamin sein Wissen als Referent und Gastgeber des Podcasts "Saure Zähne", in dem er zahnmedizinische Themen mit Experten der Branche diskutiert.

Dr. Flex: Erzählen Sie uns ein wenig über Ihren Werdegang und Ihre Schwerpunkte als Zahnarzt.
Georg Benjamin: Ich bin Zahnarzt aus Berlin, habe in Würzburg und Schweden studiert und mich nach meiner Rückkehr auf die Vitalerhaltung und Endodontie spezialisiert. Diese Themen waren damals eine Nische, gewinnen aber zunehmend an Bedeutung. Durch zahlreiche Fortbildungen und Vorträge habe ich mein Wissen weitergegeben und mich als Experte in diesem Bereich etabliert.

Dr. Flex: Was hat Sie an der Vitalerhaltung der Pulpa und der Endodontie während Ihrer Assistenzzeit besonders fasziniert?
Georg Benjamin: Die Nachfrage nach Vitalerhaltung ist seither enorm gestiegen. Schon als Assistenzarzt suchte ich nach Praxen, die anspruchsvolle Behandlungsansätze, wie den Einsatz von Kofferdam, umsetzen. Besonders inspirierend war die Zusammenarbeit mit Dennis Skrubel in einer Gemeinschaftspraxis, wo ich viel klinische Erfahrung sammeln konnte.

Dr. Flex: Sie betreiben den „Saure Zähne“ Dental Podcast. Was motiviert Sie dabei und welche Themen behandeln Sie?
Georg Benjamin: Der Podcast entstand 2016 in Zusammenarbeit mit Jöran Felgner und war stark von Blogs wie „Wurzelspitze“ und amerikanischen Podcasts inspiriert. Wir starteten ohne festes Konzept und behandelten Themen, die uns als Zahnärzte beschäftigten, wie Zahnerhaltung und Praxisorganisation. Der Austausch mit Kollegen und das Teilen von Wissen stehen dabei im Vordergrund.

Dr. Flex: Sie haben an einem Buch zur Vitalerhaltung mitgearbeitet. Wie kam es dazu?
Georg Benjamin: Die Zusammenarbeit mit Prof. Till Dammaschke ergab sich durch gemeinsame Projekte und Vorträge. Während der Pandemie bekam er das Angebot, ein Buch zu schreiben, und suchte Praxisinput. Das Buch „Die Vitalerhaltung der Pulpa“ wurde sogar ins Holländische übersetzt und ist ein Meilenstein in meiner beruflichen Laufbahn.

Dr. Flex: Sie haben eine eigene Praxis gegründet. Welche Herausforderungen und Erfolge haben Sie dabei erlebt?
Georg Benjamin: Die Suche nach geeigneten Praxisräumen in Berlin war sehr herausfordernd. Ich wollte eine bestehende Praxis übernehmen, fand jedoch nach vielen Schwierigkeiten schließlich eine geeignete Kooperationsmöglichkeit mit einem Labor im Berliner Speckgürtel. Die Praxis startete ohne Patientenstamm, hat sich jedoch dank gezielter Maßnahmen etabliert.

Dr. Flex: Welche Rolle spielt die Digitalisierung für Sie, insbesondere im Terminmanagement?
Georg Benjamin: Da ich ohne Rezeptionistin gestartet bin, war ein Online-Termin-System unverzichtbar. Patienten können online Termine buchen, was die Praxis effizienter macht. Ich nutze Blockzeiten für bestimmte Behandlungen, was den Praxisablauf optimiert und die Flexibilität erhöht.

Dr. Flex: Wie sichern Sie die Patientenbindung?
Georg Benjamin: Empfehlungen sind ein Schlüsselfaktor. Für mich ist es wichtig, dass Patienten den Behandlungsablauf verstehen und Vertrauen aufbauen können. Ich arbeite viel mit Fotos und dokumentiere die Schritte, was für Transparenz sorgt.

Dr. Flex: Was sind aus Ihrer Sicht die bedeutendsten Innovationen in der Zahnmedizin?
Georg Benjamin: Die Dentalmikroskopie, dreidimensionale Bilddiagnostik und biokeramische Materialien haben die Zahnmedizin revolutioniert. Dreidimensionale Bilddiagnostik ist dabei besonders wegweisend, da sie eine präzise Diagnostik erlaubt und unnötige Wurzelkanalbehandlungen vermeidet.

Dr. Flex: Welche Trends und Entwicklungen sehen Sie in der Endodontie?
Georg Benjamin: Zukünftig wird die Vitalerhaltung vermehrt im Fokus stehen, um Wurzelbehandlungen zu reduzieren. Auch Zahntransplantationen könnten an Bedeutung gewinnen, da sie durch aktuelle Studien vielversprechende Ergebnisse zeigen.


Mehr dazu: Dr. Flex für Praxen

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